Traditionelle und regionale Küche

Essen ist Kultur und Lebensart. Zur Zeit von Hildegard von Bingen war die Auswahl an Lebensmitteln meist ausschließlich auf das regionale und saisonale Angebot begrenzt. Heute gibt es eine Vielfalt an Speisen, auf die wir nicht mehr verzichten möchten. Dennoch setzt sich der Trend zu heimischen Gemüsesorten, zur Kräuterküche und zu – wenn schon Fleisch, dann bitte aus guten Haltungsbedingungen und möglichst ohne langen Transportweg – fort. Im Mittelalter wusste man das Angebot vor Ort bestmöglich zu nutzen. Nur wer privilegiert war, hatte Gelegenheit das eine oder andere weitgereiste und essbare Kulturgut aus einem fremden Land zu verköstigen.

Hildegard von Bingen war privilegiert. Sie hatte Zugang zu Wissen und Kontakte zu fremden Kulturen. Einige ihrer Lieblingsgewürze wurden importiert und man versuchte im Klostergarten Pflanzen und Kräuter den heimischen Bedingungen anzupassen.

Bertram, Galgant und Quendel waren und sind bis heute oft verwendete Exoten in der Hildegardküche. Aufgrund der Bodenbedingungen war es nicht immer möglich, alle Pflanzen in unseren Breiten zu kultivieren. Inzwischen und aufgrund der Klimaerwärmung werden vielerorts neue Versuche gestartet.

Grundsätzlich gilt die Hildegardküche als mild, verträglich und energiebringend. Auch nach heutigen Erkenntnissen gibt es viele Gründe, sich mit der mittelalterlichen Esskultur und der Auswahl an Gerichten zu befassen.

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